Alle gegen Google – diesem Motto scheinen sich Apple, Microsoft, Mozilla, DuckDuckGo und Co. mit ihren Browsern angeschlossen zu haben. Keiner von ihnen will Googles Tracking-Alternative Floc zulassen. WordPress nennt Floc gar ein Sicherheits-Problem .

Die Browser Brave, Vivaldi und DuckDuckGo, die für sich in Anspruch nehmen, besonderes sicher zu sein, haben gleich zu Beginn erklärt, dass sie Googles Tracking-Ersatz Floc nicht unterstützen würden. Diese Browser ermöglichen das private Surfen ohne Tracking durch Werbetreibende. Nun kündigen auch Mozilla, Apple und Microsoft an, Floc aus ihren Browsern aussperren zu wollen. Wie Heise.de berichtet, will WordPress zudem die Technik behandeln, als sei sie ein Sicherheits-Problem , und sie automatisch deaktivieren. Google hatte im März angekündigt, Cookies durch Floc zu ersetzen – mehr dazu lesen Sie hier.

Das Online-Magazin The Verge fragte bei den genannten Unternehmen nach und interpretiert etwa das folgende, etwas kryptische Statement von Microsoft als Absage an Floc: Die Industrie ist auf einer Reise und es wird Browser-basierte Vorschläge geben, die keine individuellen Nutzer-IDs brauchen, und ID-basierte Vorschläge, die auf Zustimmung und First-Party-Beziehungen basieren. Wir unterstützen keine Lösungen, die Nutzer-Identitäten ohne Zustimmung weitergeben, wie etwa Fingerprinting.

Floc steht für Federated Learning of Cohorts und wird dafür kritisiert, Nutzer identifizierbar zu machen, ähnlich wie das durch Fingerprinting der Fall ist, wie Heise weiter schreibt. Microsofts Edge Browser basiert ebenso wie Google Chrome oder Apples Safari Browser auf dem Opensource-Projekt Chromium – deshalb müsse diese Methode hier aktiv verhindert werden.

Mozilla antwortete laut Heise.de damit, dass man sich die Vorschläge der Werbebranche zum Schutz der Privatsphäre anschaue. Dazu zählten auch die von Google vorgebrachten. Es gebe aber keine Pläne gebe, sie zu implementieren. Wir glauben nicht an die Annahme, dass die Industrie Milliarden Daten zu Personen braucht, die ohne deren Wissen gesammelt und geteilt werden, um relevante Werbung auszuspielen. Werbung und Privatsphäre könnten nebeneinander bestehen, heisst es bei Heise unter Berufung auf The Verge weiter.

In einem Blog-Beitrag erklärt auch WordPress, warum Floc eine schlechte Idee sei: So sei es wahrscheinlich, dass Menschen diskriminiert werden könnten, wenn sie auf der Grundlage ihrer Surfgewohnheiten in bestimmte Gruppen eingeteilt würden. Eine solche Einteilung könnte ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt oder auf dem Wohnungsmarkt negativ beeinflussen. Zudem erleichtere sie die gezielte Ansprache von ungebildeten Verbrauchern. Floc macht es laut WordPress schwieriger für Gesetzgeber und Regulierungsbehörden, die Menschen vor Verfolgung und vor der gemeinsamen Nutzung ihrer Daten offenbar ohne Zustimmung zu schützen.

WordPress will Floc deshalb standardmässig auf eigenen Webseiten blockieren und schreibt weiter: WordPress unterstützt etwa Prozent des Webs – und diese Gemeinschaft kann helfen, Rassismus, Sexismus, Anti-LGBTQ+ Diskriminierung und Diskriminierung von Menschen mit psychischen Problemen mit einigen wenigen Zeilen Code zu bekämpfen.